Verkehr in der Stadt Luzern

Mobilität – viele Meinungen, noch fehlende Lösungen

Ein Beitrag von Dr. med. Herbert Widmer, Kantonsrat FDP

Mobilität istseit einigen Jahren in aller Leute Mund. Man spricht von Problemen, vonmöglichen Lösungen, von der Zukunft und anderem mehr, nur echte Lösungenbleiben oft aus. Themen sind der Langsam- und Fussverkehr, der OeV, derMotorisierte Individualverkehr, die Cars und Parkierungskonzepte für diese undfür die Privatwagen. Kaum in die Diskussionen einbezogen werden die Problemeund Wünsche des Verkehrs von Gewerbe, Tourismus, Detailhandel etc., heute oftzusammengefasst unter dem Begriff «Wirtschaftsverkehr». Es gehört zumWesen vieler Politiker in Legislative und Exekutive, dass sie glauben zuwissen, was die Bevölkerung denkt und will und was für diese gut ist. Wer ineiner Stadt gewisser Grösse wohnt und arbeitet weiss dies am besten. Nachdemdies «Verwaltung und Politik» unserer Anregung nicht nachkommen wollte, habenwir – ein ehemaliger CVP-Grossstadtrat aus Luzern und ein FDP-Kantonsrat – unsentschieden, selbst zwei Befragungen durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.Das unbestechliche Meinungsforschungsinstitut DemoScope befragte in unseremAuftrag vom 7. – 17. August 2017 telefonisch (ausgewählt nach Zufallsprinzip)total 1022 Leute (520 in der Stadt, 502 in der Agglomeration Luzern). DieResultate fielen sehr interessant und eben nicht immer nach den Vorstellungender Politik aus. (Ausführliche Umfrage Resultate: luzernerzeitung.ch/bonus). Mehrinteressieren dürfte an dieser Stelle die Resultate der von uns selbstdurchgeführten «Gewerbeumfrage». 235 Betriebe aus Gewerbe, Transport,Detailhandel, Tourismus etc. beantworteten unsere 45 Fragen und total rund 100Unterfragen, eine Arbeit, die wohl mindestens eine halbe Stunde Zeitaufwandbedeutete. Umso erstaunlicher, dass 81% der Antwortenden die Firmeninhaber oderDirektoren selbst waren, Zeichen für Interesse und Ernstnehmen der Probleme!Nur 25% der Antwortenden kannten den Begriff «Wirtschaftsverkehr», zeigten sichdann aber sehr offen für die Tatsache, dass dieser wichtige Teil desGesamtverkehrs für eine erfolgreiche, nachhaltige Lösung der Verkehrsproblememehr berücksichtigt werden muss, ja eine Lösung ohne diese gar nicht möglichist. Was ist nun zuden Resultaten der Umfrage zu sagen?HauptsächlichsterEinsatzort der antwortenden Betriebe sind die Stadt und Agglomeration Luzern,im Transportwesen natürlich die ganze Schweiz und das angrenzende Ausland.ImVordergrund steht für die meisten Umfrageteilnehmer die gute Erreichbarkeitihres Betriebes durch Kunden und Mitarbeiter. Als wichtigste Verkehrsmittelwerden Auto, Bus und Bahn genannt.DieVerkehrssituation in und um Luzern wird insgesamt als eher schlecht beurteilt(11% gut, 38% so-so, 32% schlecht und 19% sehr schlecht. Eher schlechter als ineiner ähnlichen Umfrage im Jahre 1997). Die«Gewerbler» beurteilten vor allem den Mangel an für sie zugänglichenParkplätzen als sehr ungenügend, sei dies für Transporte mit Ein- und Auslad, fürGewerbebetriebe mit ihren Spezialautos («Fahrende Werkstatt»), für die Kundenetc.Ammeisten gestört werden die Antwortenden durch die fehlendeUmfahrungsmöglichkeit von Luzern, durch zu viele Verkehrsschikanen und durch zuwenig Parkhäuser (grosse Diskrepanz zur «Politik»!).Bezüglichder Luzerner Grossprojekte wie Bypass, Spange Nord, Parkhaus Musegg etc. istder Kenntnisstand gering, nach Erklärungen werden diese aber weitgehend positivbeurteilt.Interessantwar auch das Studium der lückenlos in der Resultat Broschüre aufgeführtenhandschriftlichen Bemerkungen der Umfrageteilnehmer mit Ideen, Spuren von Zornbis Resignation und anderem mehr. Diskutieren wirweiter, aber haben wir die Wünsche und Aufgaben der Verkehrsteilnehmer im Augeund streben wir entsprechend Ziele und Lösungen an.

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